hochzeitsfotograf würzburg residenz

Have you met Bob?

17. Februar 2016 (english version below)

Kennt ihr schon Bob? Onkel Bob ist unter Fotografenkollegen wohl bekannt. Hin und wieder übernimmt er unseren Job und zwar genau dann, wenn uns eine E-Mail wie diese erreicht:

"Ein enger Freund hat angeboten, unsere Hochzeit zu fotografieren. Seine Bilder gefallen uns gut und er hat auch eine große Kamera. Deswegen möchten wir uns gerne für ihn entscheiden."

Zunächst klingt das super. Denn hat man als Brautpaar ein sehr gutes Verhältnis zu seinem Fotografen ist das in jedem Falle von Vorteil für die Bilder. Ich möchte euch heute dennoch gern ein paar Dinge ans Herz legen, die es in einem solchen Fall zu beachten gilt.

Der Gedanke, einen Freund für die Hochzeitsbilder zu beauftragen ist ganz natürlich und nicht grundsätzlich schlecht. Ihr solltet aber daran denken, dass dieser Freund, wir nennen ihn "Bob", nicht wirklich mit euch feiern können wird, wenn er die Sache ernst nimmt. Eine Reportage ist eine sehr anstrengende Arbeit, die viel Konzentration und Ausdauer über den Tag hinweg erfordert und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Als Hochzeitsfotograf trägt man eine große Verantwortung, denn viele Momente geschehen in Sekundenbruchteilen, bevor sie für immer vorüber sind. Also muss Bob zu jeder Zeit wissen, was er zutun hat und wie. Diese Situation ist nicht mit den Anforderungen von schönen Urlaubsbildern, Landschaftsaufnahmen oder einem Portraitshooting unter Freunden zu vergleichen. Ein Hochzeitstag vergeht wie im Flug, oft hat man mit ungünstigen Licht- und Platzverhältnissen zu kämpfen – da muss jeder Handgriff sitzen, wenn man nichts verpassen will.

Ein Profi ist hier im Vorteil, denn er war schon öfter in Situationen, in denen er schnell reagieren, oft auch improvisieren muss. Vor allem weiß er, was zutun ist, wenn einmal etwas nicht läuft, wie geplant: Wenn der Zeitplan aus den Fugen gerät, die Location sich nicht für Fotos eignet und zu guter Letzt vielleicht auch noch das Wetter nicht mitspielt.

Wo wir gerade dabei sind: Bob sollte auch daran denken, was passiert, wenn ein Teil seiner Ausrüstung defekt ist. Als Berufsfotografen tragen wir viel Equipment mit uns herum, haben Ersatzkameras und -objektive und wissen entsprechend zu reagieren. Eine solche Ausrüstung ist schnell € 15 000,- - € 20 000,- Wert, was sich für einen Hobbyfotografen meist nicht rechnet.

Möchtet ihr also mit Bob arbeiten, ist es umso wichtiger, alles genau im Vorhinein abzusprechen und damit meine ich: Bis ins Detail. Mit allem "was passiert, wenn?". Klingt stressig? Das ist es sicher. Aber in jedem Fall ratsam.

Überlegt euch gut, ob euch das die Sache wert ist und was ihr von eurem Freund erwartet. Sagt ihm das klar und seid euch dessen bewusst, das "Zusammenarbeit" unter Freunden keine leichte Sache ist. Ich höre leider immer wieder von Freundschaften, die an einem solchen Deal zerbrochen sind, weil beide Parteien unterschiedliche Erwartungen an die Ergebnisse hatten.

Und an alle Bobs: Schlaft auch ihr in Ruhe über eine solche Anfrage eurer Freunde. Es ist nichts dagegen einzuwenden, so einen Job zu übernehmen. Aber ihr solltet euch der Verantwortung mit ihrer ganzen Tragweite bewusst sein: Eine Hochzeit kann man nicht wiederholen. Stimmt später etwas mit den Bildern nicht, wird sich das Brautpaar noch Jahrzehnte ärgern. Was euch ein bisschen aus der Schusslinie nimmt: Legt dem Brautpaar ans Herz, zumindest für Trauung und Portraits einen professionellen Fotografen zu engagieren. Einige Kollegen übernehmen auch solch kurze Begleitungen. So seid ihr auf der sicheren Seite, könnt mitfotografieren und den Rest des Tages mit weniger Druck im Nacken begleiten.

Ich hoffe das hilft euch ein wenig :) Am Montag widmen wir uns dem heiklen Thema, was eine Fotoreportage kosten darf und soll.
Bis dahin, habt noch eine schöne Woche!

 

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Have you met Bob?

February 17th, 2016

Uncle Bob is well known to me and many of my photographer colleagues. Every now and then he takes over our job. This happens every time when we're receiving messages like this:

"A good friend of ours offered to photograph our wedding. We really like his pictures and he also owns a big camera. That's why we want him to accompany us."

Sounds awesome, ha? Having a good relationship to your photographer will definitely beneficial to your wedding photos. Still I'd like to give you some advice what to consider when choosing a friend over a professional.

The thought of assigning one of your friends to photograph your wedding is totally natural and noch a bad thing per se. But you should keep in mind that this friend, we'll call him "Bob", won't be able enjoy the party with you if he takes is task seriously. A whole-day coverage means really hard work and requires a lot of concentration und endurance throughout the day. It shouldn't be treated lightly. Never.

A wedding photographer has to bear huge responsibility because a lot of those tiny pretty moments usually happen in a split second before they're gone forever. So Bob has to know exactly what to do and how to do it anytime. These requirements are not comparable to those of shooting some nice photos on vacation, beautiful landscapes or doing a portrait shoot with friends. Your wedding day will spin away. There'll be no time for figuring out camera adjustments. Often a photographer has to handle difficult lighting and and space conditions. If Bob doesn't know how to cope with those things he might be losing out on some important moments.

Here's why professionals have the edge over Bob: They've already been in such situations for several times, had to react and oftentimes improvise quickly. Above all they know what to do if things run out of control: If time schedule is delayed, if the location isn't really suitable for taking wedding portraits or finally if weather is bad – they'll know what to do.

Speaking about things running out of control: What if Bob's equipment will get broken? Professional photographers own a lot of equipment like substitute cameras and lenses and know how to deal with defects. Oftentimes such gear is worth € 15 000,- to € 20 000,-. You can't expect Bob to spend that much just for his gear.

So if you want to hire Bob It's even more important to discuss every little detail before your wedding. And I mean really everything. Down to the details. Considering every "what happens if". Does this sound stressful? Sure. But it's definitely crucial.

Consider thoroughly whether it's worth the trouble or not and talk about what you guys expect from Bob. Tell him explicitly  and be aware of the fact that working with a friend is never an easy thing to do. Unfortunately I hear stories about friendships that got broken out of such a deal again and again because both sides had different expectations to the outcome.

To all Bobs out there: Think carefully about such a request from your friends. There's nothing bad to taking over such a job. But you should really be aware of the responsibility with all its consequences: A wedding cannot be repeated. If there's anything wrong with the photos afterwards the couple will be upset for decades.

What puts you on the safe side is to ask your friends to hire a professional to cover the ceremony and the portrait shoot. There are colleagues that do such small coverages. So you can lean back, photograph as a second shooter and cover the rest of the day with a lot less pressure.

I hope these tips are valuable to you and will save your friendship :)
On Monday we're talking about the delicate issue about how much a whole-day coverage can or should be.
Till then, enjoy a wonderful week!

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